Unser Celle – Lieblingsorte

Mein Lieblingsort und Traumziel ist der Heilpflanzengarten

Im Heilpflanzengarten erschließt sich das große Ganze der komplementären Heilmethoden unter fachkundiger Begleitung. Auf sich gestellt findet der Besucher Infotafeln im Pavillon. Die Struktur des Gartens ist ein Abbild diverser Strömungen der Naturheilkunde. Welche Intension hatte die erste Frauenrechtlerin und Kirchengelehrte Hildegard von Bingen als Kräuterkundige? Wie kam Samuel Hahnemann zu seiner Homöopathie und welchem Pfad folgte Edward Bach? Jene blaue Blume wirkt zwiefach; denn sie gilt als wichtiges Herzmedikament, war zugleich Sinnbild der Romantik. Wo sonst, wenn nicht hier, findet sich ein Ort für Insektenhotels, alte Apfelsorten und Bienenweide. Unsere Blicke schweifen zum Allerufer, baden im Blütenmeer.

Karin Sohnemann

Mein Lieblingsort ist der Neustädter Friedhof

Nahe der Altstadt liegt der Neustädter Friedhof. Hier ist ein Adelsfeld zu finden, eine besondere Form neuzeitlicher Begräbniskultur. Das Feld hat seinen Namen von den „Hübschen“, wie Adelige hier einst genannt wurden. Sie liegen in über hundertsechzig gemauerten Gruften, raumhoch und mit Sandsteinplatten abgedeckt. Doch auch betuchte Bürgerliche der Celler Oberschicht, Hofbeamte, kirchliche Würdenträger und Militärs kauften sich hier ein. Die Platten sind mit ihren Namen versehen, als Flachrelief in den Stein gemeißelt. Diese größte geschlossene Plattengräber-Anlage ist einzigartig in Norddeutschland. Auch andere Berühmtheiten liegen hier, wie etwa der 1895 verstorbene Universitätsprofessor Gustav Michaelis, unter Medizinern heute noch bekannt. Oder der in der Weimarer Republik europaweit gefeierte Autor von sozialkritischen Bühnenstücken, Carl Credé.

Cosima Bellersen-Quirini

Mein Lieblingsort ist der „Lungenflügel“ im „Blumläger Feld“

Hier baute der Architekt des „Neuen Bauens“ Otto Haesler 1930 eine Siedlung mit Kleinstwohnungen. Die beiden in Nord-Südrichtung ausgerichteten Häuserzeilen werden durch den in Ost-Westrichtung gelegenen Trakt verbunden. Hier schuf Haesler Wohnungen für Familien mit Tuberkulose-Erkrankten. Es entstanden 7 Reihenhäuser mit nach Süden gelegenen Sonnenterrassen und -balkonen. Intensives Sonnenbaden sollte die Krankheit lindern. Dieser „Lungenflügel“ ist einer der wenigen Bauten zur Sozialhygiene, der damals im Deutschen Reich entstand. Haeslers typische architektonische Merkmale wie kubische Bauweise, als Risalite vorgesetzte Treppenhäuser mit vertikalen Lichtbändern oder ein spannender Licht- und Schatteneffekt sind hier zu erkennen.

Karin Fischer

Mein Lieblingsort ist  die Dammasch-Wiese

Lieblingsort? Der Weg ist das Ziel. Er führt vorbei an imposanten Villen und pittoresken Fischerhäuschen. Auf der Pfennigbrücke pustet uns der Allerwind eine frische Brise entgegen. Die Wellen reflektieren das Sonnenlicht. Das Tok- tok der Ruderboote mischt sich mit dem Geschnatter der Wasservögel. In der Ferne, getüncht in Rosa, das Gutshaus, in dem der Reformer der Landwirtschaft Albrecht Thaer gewirkt hat. Ehemals war dies ein Landschaftspark, der in Thaers landwirtschaftliches Versuchsgelände überging. Inzwischen bieten die uralten Bäume Fledermäusen Quartier und selbst ein Käuzchen hat hier seinen ständigen Wohnsitz. Wer Schatten sucht, findet ihn unter Eichen und Platanen, die die Promenade säumen. Am Uferweg blühen Sumpfdotterblumen und Knoblauchrauke um die Wette.

Karin Sohnemann

Mein Lieblingsort ist “Feuerwerk für Celle” 

Eine Friedensmission
Eine monumentale Doppelskulptur, sternenartige Stelen mit brutal-poetischer Formensprache zwischen historischer Stadtkirche und modernem Kunstmuseum sind Brennpunkt leidenschaftlicher Diskussionen. Der international bekannte Künstler Otto Piene (1928 – 2014) hat sie 2006 als „Feuerwerk für Celle“ geschaffen. Piene wurde berühmt durch seine Sky-Art, bei der er gigantische Gebilde aus Ballonseide in Sternen- und Blütenform mit Helium gefüllt in die Luft steigen ließ. Diesem poetischen Konzept gibt er mit seinem Feuerwerk eine feste skulpturale Form. Was hat das nun mit Frieden zu tun? Seien sie gespannt.

Kornelia Quaritsch

Mein Lieblingsort ist die Pfennigbrücke

Nur einige Schritte von der Altstadt entfernt liegt die im Jahr 1900 vom Gastwirt Knoop über die Aller gebaute Fußgängerverbindung zur Dammaschwiese, die Pfennigbrücke. Der Name der Brücke erinnert daran, dass die Bürger für das Passieren der Brücke zuerst einen Pfennig, später zwei Pfennig Brückenzoll zu entrichten hatten. Es ist einfach wunderschön, auf der Pfennigbrücke einen Moment zu verweilen, den Blick über die Aller und die sich anschließende Naherholungszone Dammaschwiese schweifen zu lassen. Schwäne, Enten, Fischreiher und Störche sind hier zu Hause. Paddelboote und Ruderboote beleben an dieser Stelle die Oberaller. Das heute noch erhaltene Herrenhaus Thaers Garten und die auf der gegenüberliegenden Seite verwinkelten Fischerhäuser komplettieren dieses Kleinod von Celle.

Christa Förster

Mein Lieblingsort ist das Alte Rathaus

Erbaut wurde es um 1300, zur Zeit der Stadtgründung. Das Gebäude gehört zu den Deutschen Baudenkmälern. Baustil und Fassade des Rathauses sind kulturhistorisch besonders interessant. 1985 sollte die Rathausfassade wie bisher wieder unifarben gestrichen werden. Aber unter 13 alten Farbschichten wurden unerwartet Reste einer hell-/dunkelgrauen Quadermalerei aus dem 17. Jahrhundert gefunden, eine Rarität im norddeutschen Raum. So wurde entschieden, die Rathausfassade wieder mit dieser besonderen Quadermalerei zu streichen, deren Optik aus der Distanz wie dreidimensionale Steine wirkt. Erst bei näherer Betrachtung erkennt man, dass es sich um eine Illusionsmalerei handelt. Das Alte Rathaus sollten Sie sich bei einem Besuch von Celle unbedingt anschauen.

Klaus Waschkewitz

Mein Lieblingsort ist das Bieneninstitut

Inmitten der Stadt gelegen, unterhalb der ehemaligen Stadtmauer und auf dem Gelände des Französischen Gartens, bietet sich hier vielen hunderttausend  Bienen Lebensraum. Im Garten des Instituts und in den Museumsräumen verbindet sich historisches mit aktuellem Wissen zur Bienenhaltung. Der Garten ist von März bis Ende September ein Paradies für Bienen, für Solitärbienen, Hornissen, Hummeln und Schmetterlinge – und für Besucher. Lassen Sie sich bezaubern vom Leben der Bienen und genießen Sie die Ruhe, lauschen dem Gesang der Vögel und dem Summen und Brummen der Insekten.

Ulrike Eggers

Mitglied im BVGD - Bundesverband der Gästeführer in Deutschland e. V. - www.bvgd.org