Tagesausflug ins Weserbergland (2017)

Der diesjährige gemeinsame Ausflug der Celler Gästeführer sollte ins Weserbergland führen in die kleine Bergstadt Obernkirchen. Ziel derartiger Ausflüge soll immer sein, andere interessante Orte und deren Entwicklung in geschichtlicher wie auch wirtschaftlicher Hinsicht kennen zu lernen im Vergleich zu unserer Heimatstadt Celle.

 

In gespannter Erwartung und ausgestattet mit warmer Kleidung und festem Schuhwerk trafen sich morgens am Mittwoch, 26. April, 15 angemeldete Gästeführer der GGC zu dem schon lange angekündigten Ausflug, verteilten sich auf 3 private PKW,  und los ging es über die A2 ins Weserbergland. Nach etwa 1 Stunde Fahrt wurde das erste Etappen-Ziel erreicht.

Das war nun Obernkirchen – eine kleine Bergstadt mit heute etwa 10.000 Einwohnern, landschaftlich wunderschön gelegen im Schaumburger Land mit weitem Blick in die norddeutsche Tiefebene, etwa zwischen Rinteln, Bückeburg und Stadthagen. Eine Stadtführerin, leider wegen der noch eisigen Temperaturen ohne die sonst übliche Schaumburger Tracht, empfing zum Stadtrundgang mit einem Gedicht die Geschichte der Stadt in Versen darstellend, verfasst vom örtlichen „Stadt-Historicus“. Wir lernen, dass Obernkirchen zu den ältesten Siedlungen der Region gehört und schon in den Annalen Karls des Großen als sächsische Gaufestung „Castrum Buccaburg“ erwähnt wird, also lange vor den Stadtgründungen von Stadthagen und Rinteln. Im 12. Jahrhundert gründete hier, auf einem Ausläufer des Bückeberges, der Mindener Bischof Werner ein Augustiner-Chorfrauenstift im romanischen Stil, sein Stammsitz, die alte „Bückeburg“, war bereits zerstört. Wenig später verlieh Kaiser Friedrich I. Barbarossa, ein Cousin von dem Welfen-Herzog, Heinrich der Löwe, dem Ort das Marktrecht. Daran erinnert noch heute der jährlich stattfindende „Barbarossa-Markt“. Die Stiftskirche St. Marien mit ihrer Funktion als geistlich vorgesetzte Kirche „Overenkerken“ gab dem Flecken schließlich seinen heutigen Namen, und ihre „wundertätige“ Marienstatue lockte zahlreiche Wallfahrer an. Im Zuge der Reformation im 16. Jh wandelte dann der Landesherr, Graf Otto IV. von Schaumburg, das Stift in ein evangelisches Damenstift für den Adel um und zog die Probstei mit all ihren Einkünften an sich. Übrigens eine der Töchter von dem Welfen-Herzog, Ernst der Bekenner, verbrachte hier ihr Leben.

Die wirtschaftliche Grundlage des Ortes war die Steinhauerei und der Sandsteinabbau in den Steinbrüchen auf dem Bückeberg, verpachtet an Obernkirchener Steinhauermeister. Der Bauboom der Renaissance zusammen mit dem Steinkohlen-Abbau (noch bis in die 1960-er Jahre betrieben) warfen gute Gewinne ab. 1615 verlieh Graf Ernst von Holstein-Schaumburg dem Ort die Stadtrechte. Der folgende 30-jährige Krieg beendete diese Blütezeit, und durch die Pest und andere Kriegswirren verlor der Ort über die Hälfte seiner Bewohner. Nach Ende des Krieges erfolgte die Teilung der alten Grafschaft, und der Ort wurde für 300 Jahre hessisch, regiert von den Landgrafen von Hessen. 1866 (=auch Ende des Königreiches Hannover) kam Kurhessen zum Königreich Preußen. Durch die Industrialisierung kam der wirtschaftliche Erfolg zurück. Die Flaschenglashütten hatten Erfolg, gekoppelt mit dem Bergbaubetrieb (Quarzsand für die Glasherstellung und Kohleabbau zur Befeuerung der Brennöfen). Als bedeutender Verwaltungsstandort mit Gesamtbergamt, königlichem Amtsgericht, Bergvorschule und der reichsweit bekannten Landfrauenschule war der Ort das industrielle Herz Schaumburgs.

Bedeutung für den Ort haben auch einige Persönlichkeiten bzw. weithin, teils weltweit, bekannte Institutionen:

Dr. August Oetker, hier als Sohn und „helles Köpfchen“ eines Bäckermeisters geboren, erlangt seinen Ruhm als Erfinder des segensreichen Backpulvers „Backin“ und seines bekannten Werbeslogans „…man nehme Dr.Oetker“

Reinhard Scheer, Sohn des Rektors der Stadtschule, wurde bekannt als Admiral der Seeschlacht vor dem Skagerak

Bergmannssohn Friedrich Hofmeister, Stararchitekt in der sog. „Gründerzeit“ der rheinischen Metropole Düsseldorf

Obernkirchener „Märchensänger“ (die „Deutsche Märchenstraße“ ist nicht weit), bekannt in den 50-er Jahren mit Schallplatten-Aufnahmen wie z.B. „Mein Vater war ein Wandersmann“

der kommunistische Reichstags-Abgeordnete, Karl Abel, wird erster Sozialminister im Nachkriegs-Niedersachsen

bekannte Steinmetz-Künstler der Spätrenaissance wie Hans Wulff und Georg Tribbe waren Hofbildhauer des Bückeburger Fürsten und der Celler Herzöge (z.B. Relief-Platten des noch bekannten Schloss-Innenhof-Brunnens durch Fam. Wulff und das Tribbe-Epitaph in der Celler Stadtkirche St.Marien) – Bei der Besichtigung der Stiftskirche konnten wir uns auch vor Ort von der Bildhauer-Kunst von Georg Tribbe überzeugen, sein Epitaph aus Alabaster und Marmor zeugt von überragender Steinmetz-Kunst, ebenso überzeugt auch das Taufbecken von Hans Wulff. Ein wunderschöner holzgeschnitzter Altar-Aufsatz zeigt detailreich Jesu Passionsgeschichte. Im Kirchenschiff neu eingesetzte Fenster sorgen nicht nur für Helligkeit sondern eröffnen auch einen Blick auf den Kreuzgang des Stifts von Obernkirchen. Die heutigen Bewohnerinnen (Stiftsdamen/Konventualinnen) nehmen größtenteils in ihrer besonderen Tracht auf ihrer eigenen Empore Platz während des normalen Gemeinde-Gottesdienstes.

Heye-Glas (Logo = aufgestelltes Kleeblatt), bekannt seit mehr als 200 Jahren für sein Behälterglas wie Flaschen, Einmachgläser und sonstigem Haushaltsglas, hatte bis 2003 weltweite Verbindungen bzw. Niederlassungen. Heute gehört es der irischen Ardagh Glass Group, einer der bedeutendsten Behälterglas-Hersteller Europas.

1901 gründet der Reifensteiner Verband eine wirtschaftliche Frauenschule, später „Landfrauenschule“ (bis 1971) in den Räumen des Stiftes. Charakteristisches Symbol war der Mistelzweig und dazu die Initialen MAID (M=Mut, A=Ausdauer, I=Idealismus und D=Demut). Zu den Unterrichtsfächern gehörten Backen, Kochen, Einmachen, Schlachten, Flicken, Nähen, Plätten, Waschen, Säuglinspflege, Kindererziehung sowie Schweinezucht, Geflügelhaltung, Molkerei und auch Rechts- und Wirtschaftskunde. Zahlreiche Töchter aus adligen Familien besuchten diese anerkannte Landfrauenschule, z.B. auch die Tochter unseres letzten Kaisers Wilhelm II und spätere griechische Königin Frederike Zu den ersten und bekanntesten Lehrkräften gehörte Agnes Freiin von Dincklage, die durch ihre besondere Art der Schulleitung höchste Anerkennung fand, sodass 2010 Obernkirchen und somit das Stift Frauenort wurde.

Bei dem heutigen Rundgang durch die Stadt gibt es viele Hinweise auf die vielfältige Geschichte des Ortes, gepart mit Versuchen, alte Traditionen bzw. Bauweisen mit Sandstein oder auch Fachwerk wieder erstehen zu lassen, alte Ortsgrenzen sichtbar zu machen, und selbst das alte Trafo-Häuschen im Fachwerkstil erfährt eine neue Nutzung. Die reizvolle Landschaft und die verkehrsnahe Lage zu Stadthagen, Bückeburg, Minden, Rinteln und Hannover sind förderlich für ein ständiges Leben in diesem Ort. Ebenso förderlich sind die in bestimmten Abständen stattfindenden Bildhauersymposien, die inzwischen weltweit Künstler anlocken, ihre Künste vor Ort am Objekt zu demonstrieren. Der eingerichtete „Skulpturen-Pfad“ zeugt noch lange von der Kunstfertigkeit. Zum Ortsangebot gehören auch vielfältige Freizeitmöglichkeiten wie auch zahlreiche seniorengerechte Wohn-Angebote.

Zum Abschluss der Stadtführung schauten wir noch kurz in das örtliche Berg- und Stadtmuseum. Bei der „Schnupper-Führung“ waren wir über die Vielfalt der Präsentation überrascht und konnten dieser leider nur wenig Aufmerksamkeit schenken. Bei einem weiteren Besuch sollte man sich viel mehr Zeit dafür nehmen. Nur ein Beispiel hierfür: Wer von uns wusste denn schon, dass es Tellerminen auch aus Glas gab. Sie hatten den Vorteil, nicht mit herkömmlichen Detektoren geortet werden zu können.

Jetzt wurde es Zeit für den nächsten Punkt unseres Besuchs-Programmes: der Steinbruch auf dem Kamm des Bückeberges, noch heute Abbau-Ort des „Obernkirchener Sandsteins“.

Schon nach kurzer, kurvenreicher Fahrt auf den Bückeberg wurde auf dem öffentlichen  Parkplatz, ganz in der Nähe des Eingangs „Zum Steinbruch“ eine kleine Frühstückspause eingelegt, bei der kurz noch notwendige Infos über den Steinbruch gegeben wurden.

Eine wertvolle Hinterlassenschaft der kreidezeitlichen Küstenlandschaft hinterließ eine feinkörnige Sedimentschicht – den Obernkirchener Sandstein. Vor etwa 140 Mio.Jahren hier angeschwemmt, wurde der qualitätsvolle, helle Stein seit dem frühen Mittelalter hier abgebaut, wobei die beste Qualität  in den Brüchen auf dem Kamm des Bückeberges lag. Seine Eigenschaft, an der Oberfläche zu kalzinieren, macht ihn unempfindlich gegen aggressives Klima und Umweltschädigungen. Als Fassadenverkleidung überzeugt er durch seine lebendige Oberflächenstruktur und seine „warmen“ Farben. Bis heute ist er dadurch weltweit immer noch ein Exportschlager.

Der Wiederaufbau des Domes zu Minden im Jahr 1062 gilt als das erste dokumentierte Gebäude aus Obernkirchener Sandstein. Der Abbau dieses Sandsteins lag damals im Süden des Bückeberges. Der Abbau der „Rohblöcke“ erfolgte nur mit Muskelkraft und einfachen Werkzeugen. Im 12. Jahrhundert war Graf Adolf III von Holstein und Schaumburg, Mitbegründer der Hansestädte Hamburg und Lübeck, Eigentümer der Sandsteinbrüche. Somit wurde dieser Sandstein Handelsprodukt der „Hanse“. Da die Verladung des Obernkirchener Sandstein über Minden oder Petershagen an die Weser und mittels besonderer Lastkähne („Eken“) bis nach Bremen erfolgte, wurde dieser Sandstein auch als „Bremer Sandstein“ weltbekannt.

Einige der bekanntesten Gebäude weltweit, die mit „Obernkirchener Sandstein“ gebaut wurden bzw. in und an denen sich dieser Stein befindet:

Augustinerinnen-Kloster/Stift Obernkirchen – Rathaus in Antwerpen –  Bremer Rathaus – Schloss Rosenborg/Dänemark – Königl.Palais Amsterdam/Niederlande – auch der „Marstall“ in Celle – Wiederaufbau des Martiniturms in Groningen/Niederlande – Katharinenpalast in St.Peteresburg/Russland – „Weiße Haus“ in Washington/USA – Börse in Hamburg – Börse in Bergen/Norwegen – Börse in Kaliningrad(Königsberg)/Russland – „Hamburger Michel“ – Siegessäule in Berlin – Reichstagsgebäude und Neuer Plenarsaal in Berlin – Teile des Kölner Doms – Ulmer Münster – Nationaltheater Oslo/Nowegen – Hapag Lloyd in Hamburg – Friedenspalast Den Haag/Niederlande – Wiederaufbau Lübecker Dom – ECE Ernst-August-Galerie in Hannover – Neuer Opernplatz in Hannover

Bis heute kann der Obernkirchener Sandstein ohne den Einsatz von Sprengstoff abgebaut werden. 2007 wurden dabei spektakuläre Dinosaurierfährten aus der Unterkreidezeit entdeckt. Die vom Steinbruchbetrieb ausgegliederte und vom Landkreis Schaumburg erschlossene „Obere Sohlenplatte“ kann über einen speziell eingerichteten Naturerlebnispfad erkundet werden, wobei man an dieser Stelle auch einen kleinen Einblick in den Steinbruch und den Abbau erhält.

Versorgt mit diesen Vorab-Infos machen wir uns auf den Weg dorthin. Nach einem Fußmarsch auf dem Kamm des Bückebergs gelangen wir über den gekennzeichneten Pfad mit entspr. Info-Tafeln, quer durch waldreiches Gelände mit manchen sichtbaren Steinbruch-Blöcken und weiter teils auf dem ehemaligen Pilgerweg Loccum-Volkenroda zur sog. „Oberen Sohlenplatte“.

Auf dieser Steinbruch-Sohlenplatte gelangen wir auf einem Holzbohlenweg, vorbei an vor ca.140 Mio.Jahren hinterlassenen Dinosaurier-Fußabdrücken, die sich tief im Stein verewigt haben, an ein Begrenzungsgitter, das uns einen Einblick in den Steinbruch-Abbau ermöglicht. Die Schichtung der einzelnen Sandsteinbänke ist so ausgeprägt, dass die Radlader direkt in die Schichtungen hineingreifen und die gewünschten, bis zu 25 t schweren Rohblöcke herauslösen können. Die dünneren Platten werden zu Bruch-, Mauer- und Pflastersteinen verarbeitet. Die großformatigen Gesteinsblöcke werden auf verarbeitungsgerechte Formate zugerichtet und dann abtransportiert ins Werk zur hochwertigen Weiterverarbeitung für die unterschiedlichsten Produkte, wie z.B. für den Gebäudebau und Rohlinge für Steinmetz-Arbeiten. Es ist beeindruckend zu sehen, wie sich dieser 6 bis 9 m mächtige Sandstein aus der unteren Kreidezeit unter eiszeitlichen Deckschichten in Blockform erhalten hat und wie der heutige Abbau efolgt.

Sehr beeindruckend sind natürlich auch die 2007 freigelegten Dinospuren. Sie stammen offensichtlich von meist zweibeinig nebeneinander her laufenden, pflanzenfressenden Dinosauriern der Gattung Iguanodon. Ihre Fußabdrücke, dreizehig rund, können besonders gut auf der Sohlenplatte begutachtet werden, wenn noch etwas Regenwasser in den Abdrücken zurückgeblieben ist.

Nach dieser erlebnisreichen Excursion ging es zurück zu den PKW’s, und nach einer Fahrt durch die herrliche Landschaft bei schönstem Sonnenschein erreichten wir das Wesertal. Es war jetzt Zeit zum gemeinsamen Mittagessen. Dazu wurde das Restaurant „Paschenburg“ ausgesucht, gelegen auf einem 338 m hohen Berg, der höchsten Erhebung des Wesergebirges. Die ihr vorgelagerte Schaumburg auf dem 225 m hohen Nesselberg ist ihr vorgelagert. Die „Paschenburg“, 1842 im Stil eines kleinen Jagdschlosses von einem Revierförster erbaut, hat keine Charakteristiken einer typischen Höhenburg, war früher eine schlichte Herberge, heute ein Panorama-Restaurant, das mit Recht damit firmieren kann „Essen mit Aussicht“. Wir speisten vorzüglich auf der verglasten Terrasse mit einem atemberaubenden Ausblick auf die Weser und die Landschaft des Wesergebirges.  Die bisher gewonnenen Eindrücke konnten jetzt in Ruhe „verdaut“ werden.

Die Freizeit nach der Mittagspause konnte genutzt werden, um den etwas unterhalb der „Paschenburg“ angesiedelten Steinmetz-Betrieb ausgiebig zu entdecken. Der Steinmetz stellte gern seine Sandstein-Arbeiten vor, auch die Bearbeitung direkt am Objekt. Einige von uns Gästeführern liebäugelten mit dem einen oder anderen Ausstellungsstück des „Steingartens“.

Ein kurzer Abstecher führte uns nun zur unterhalb auf dem Nesselberg (=das Nesselblatt gilt als Familienwappen der Adelslinie derer von Holstein-Schaumburg) liegenden Schaumburg, einer typischen Höhenburg. Einige Eckdaten dieser Burg: Erste Erwähnung unter Adolf I. von Holstein-Schaumburg, um 1400 Erweiterung und Ausbau der Burganlage unter Graf Otto I. von Holstein-Schaumburg, im 15. Jh dann Verlegung des gräflichen Wohnsitzes nach Rodenberg, später nach Stadthagen, 1596 Errichtung des westlichen Haupthauses (Palas) im Stil der Weserrenaissance, 1647 stirbt die Linie der Schaumburger Grafen aus. Der südöstliche Teil der Grafschaft kommt in den Besitz der Landgrafen von Hessen-Kassel, bleibt aber Mittelpunkt eines großen Amtsbezirks, 1821 wird die Amtsverwaltung auf der Schaumburg durch den neuen Kreis Rinteln abgelöst und die Burg verfällt mehr und mehr, 1866 annektiert Preußen auch das Kurfürstentum Hessen und 1876 eröffnet der Maurermeister Wilhelm Priesmeier eine Gaststätte auf der Burg. 1907 erwirbt Kaiser Wilhelm II die Schaumburg und schenkt sie seinem Schwager Georg, Fürst zu Schaumburg-Lippe,  zur Silberhochzeit, danach wird sie bis 1912 umfassend renoviert und teilweise wieder aufgebaut. Am 11.April 1945 kapituliert hier auf der Burg die letzte deutsche Einheit des „Wesergebirgskessels“. 1964 Erweiterung der Burggaststätte und 2010 werden die Außenanlagen und der Glockenturm renoviert.

Zum Aussterben des Grafengeschlechts im 17. Jh gibt es eine Sage, verfasst 1817 nach Wilhelm Strack unter dem Titel „Die Sage von der Tienke-Meume“, in der auch die Beziehung der Paschenburg zur Schaumburg eine Rolle spielt. Übrigens, hier sind wir in der Gegend  der „Deutschen Märchenstraße“!.

Nach diesem Abstecher zur Schaumburg wird es Zeit für das übliche Kaffeetrinken. Dazu fahren wir durch den Kurort Bad Eilsen nach Gelldorf, einem Ortsteil von Obernkirchen in Eggelmann’s Hofcafé. Bei Kaffee und leckerem, selbstgebackenem  Kuchen lassen wir den Tag gemütlich ausklingen. Ohne Stau auf der A2, bei immer noch schönem Wetter, erreichen wir wieder unseren Heimatort Celle.

Als Fazit zu unserem Ausflug können wir sagen, dass wir viele Gemeinsamkeiten im Vergleich zu Celle, auch geschichtlicher Art, entdecken konnten und jetzt auch wissen, warum der „Obernkirchener Sandstein“ häufig fälschlich als  „Bremer Sandstein“ bezeichnet  wird und was für eine Bedeutung er noch in heutiger Zeit darstellt. Durch den jetzigen neuen Betreiber der „Obernkirchener Sandsteinbrüche“, der Firma Wesling Obernkirchener Sandstein GmbH & Co. KG, mit Hauptsitz in Rehburg-Loccum und auch bekannt durch den Sandstein-Abbau bei Münchehagen (dort in der Nähe gibt es den bekannten „Dinosaurier-Park“), ist es allerdings in der kleinen Bergstadt Obernkirchen noch ruhiger geworden, was sich auch im jetzigen Ortsbild schon niederschlägt.